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Autor Thema: Genres  (Gelesen 1986 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Trugbild
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Re: Genres
« Antworten #15 am: 02. Mai 2011, 10:00:41 »

Was ist eigentlich mit Filmen, die halt einfach nirgendwo reinpassen? Aber nicht etwa, weil sie so angefahren, sondern weil sie einfach so "normal" sind? Ich denke zum Beispiel an "L'Auberge espagnole" - der wird zwar oft als Komödie bezeichnet, aber schlussendlich zeigt er das ganz normale Leben und ist absolut nicht übertrieben lustig.

Gibt es das Genre "Spielfilm"?
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That rug really tied the room together.
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Re: Genres
« Antworten #15 am: 02. Mai 2011, 10:00:41 »

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panopticum
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Re: Genres
« Antworten #16 am: 21. Mai 2011, 09:36:25 »

ich denke auch, dass die Einteilung von 'Trugbild' im Wesentlichen vollständig ist; allenfalls 'Sport' könnte man noch hinzufügen, da es bestimmt ein paar Sportfilme gibt, die sich den genannten Genres entziehen; 'Die Indianer von Cleveland' dürfte zwar beispielsweise auch noch als Komödie bezeichnet werden, während man 'Raging Bull' oder 'Any given Sunday' eher schwerlich als Drama o.ä. beschreiben kann

die Frage nach 'L’auberge espagnole' ist berechtigt und es gibt ja zahlreiche solcher Filme, die praktisch Alltagsschilderungen entsprechen, etwa 'Y Tu Mamá También' (mit zugedrücktem Auge evtl. Drama), 'Beautiful People', oder auch 'Night on Earth' (wie auch andere Filme von Jim Jarmusch); in welche Kategorien solche Titel passen ist wohl schwer zu beantworten, die etwas schwammig klingende Kategorie 'Spielfilm' bietet sich ähnlich an, wie 'Arthouse Film', oder 'Autorenfilm', sehr aussagekräftig sind solche Genrenamen aber nicht...
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http://www.panopticum.co.at (Updates jeden Mittwoch)
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Re: Genres
« Antworten #17 am: 21. Mai 2011, 09:55:23 »

Night on Earth ist ein Episodenfilm/Omnibusfilm... weiß allerdings nicht, ob man das als eigenes Genre bezeichnen kann
b.t.w... Film Noir ... gilt allgemein als Genre. Könnte allerdings auch ein Stil des Krimi/Thriller Genres sein. ?
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Johnathan Locke
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Re: Genres
« Antworten #18 am: 21. Mai 2011, 12:42:52 »

Film Noir kommt tatsächlich noch dran in meinem Kurs... Smiley
Bin schon gespannt, was es damit genau auf sich hat und ob wir da wieder keine Einigung finden...
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"Die machen gute Nudeln."
Neo - The Matrix
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Re: Genres
« Antworten #19 am: 21. Mai 2011, 13:32:51 »

@ Johnathan Locke
du solltest uns deine mitschrift oder ein skriptum zur verfügung stellen : )
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Ezekiel2517
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Re: Genres
« Antworten #20 am: 21. Mai 2011, 14:10:17 »

Zitat von: Johnathan Locke am 21. Mai  2011, 12:42:52
Film Noir kommt tatsächlich noch dran in meinem Kurs... Smiley

was für ein kurs, studierst du denn gar das selbe wie B?^^
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panopticum
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Re: Genres
« Antworten #21 am: 21. Mai 2011, 14:10:53 »

das Problem an dieser Thematik ist: zuletzt bleibt man bei subjektiven Meinungen hängen und Filme werden eben nicht gemäß bestimmter Richtlinien gedreht, um in vorgegebene Genres zu passen; Unstimmigkeiten sind da vorprogrammiert und fallen mir allerdings erst stark auf, seit ich mir nun ein paar Gedanken dazu gemacht habe

unklar empfinde ich folgendes:

- während 'Fantasy', 'Historienfilm', 'Kriegsfilm', 'Science Fiction' und 'Western' vielmehr einen gewissen Look und ein ungefähres Setting definieren und keinerlei emotionale Anhaltspunkte liefern, beziehen Bezeichnungen wie 'Action', 'Drama', 'Erotik', 'Horror', 'Komödie', 'Krimi/Thriller' und 'Liebesfilm' sich eindeutig auf den Inhalt, ohne eine Aussage über Aussehen/Darstellung desselben zu treffen; es wirkt beinahe, wie unterschiedliche Maßeinheiten...

- ohne es als eigenständiges Genre anzweifeln zu wollen, ist es eigenartig, dass 'Western' allseits als gültige Kategorie angesehen wird, wohingegen beispielsweise 'Piratenfilm', 'Ritterfilm', oder auch 'Samuraifilm' ziemlich eckig klängen; sämtliche Bezeichnungen beziehen sich jedoch einzig auf ein bestimmtes Szenario, bzw. eine bestimmte Ära; ohne weiteres könnte man theoretisch die meisten Western auch wahlweise als 'Historienfilm' oder 'Actionfilm' kategorisieren, bereits der Gedanke daran erscheint jedoch irgendwie unrichtig...

- mir fallen bereits spontan zu viele Filme ein (dazu noch Mainstream, man muss nicht erst kompliziert denken...), die sich nicht sinnvoll den genannten und mir ja auch plausibel erscheinenden Genres zuordnen lassen; ich lasse mich gerne eines besseren belehren und werfe zu diesem Zweck in paar allseits bekannte Titel in den Raum:

     *Ocean's 11/12/13 [Krimi/Thriller?]
     *Pulp Fiction [..Komödie? Action?]
     *Casino [..Sport??]
     *the Mexican [..Western?]
     *Fight Club [..Martial Arts?]
     *American Beauty [..Porno?]
     *Tarzan [Action?]
     *der seltsame Fall des Benjamin Button [Drama? Liebesfilm?]
     *Howard the Duck [..Trash??]
     *Mulholland Drive [..Liebesfilm??]
     *Forrest Gump [Komödie? oder doch Drama??]


- und zuletzt, wie verhält es sich mit oft genannten Genres wie 'Heimatfilm', dem wohl irgendwie oft auch das Subgenre 'Bergsteigerfilm' zugeordnet wird; sicher, "Cliffhanger" fällt wieder unter 'Action', aber wie steht es mit "K2 - das letzte Abenteuer" und dem deutschen "Nordwand"? sollte die Anzahl der Filme Grund genug sein, um eine Genrebezeichnung zu rechtfertigen, dann müßte zumindest im deutschsprachigen Raum "Heimatfilm" hinzugefügt werden...
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Re: Genres
« Antworten #22 am: 21. Mai 2011, 15:19:09 »

Zitat
und Filme werden eben nicht gemäß bestimmter Richtlinien gedreht
naja, manche schon. eben die s.g. Genrefilme.

ich kann sehr gut nachvollziehen was du da ansprichst. ich fühl mich auch unwohl dabei, einen film einem bestimmten genre zuzuordnen. aber anscheinend hat der mensch ein bedürfnis danach, dinge zu kategorisieren. und es vereinfacht auch ganz viele dinge. so z.b. wenn ich jemanden von einem film erzähle und durch die nennung des genres (von dem beide gesprächspartner wahrscheinlich ähnliche vorstellungen haben - sonst würde kommunikation [vereinfacht gesagt] ja nicht funktionieren) mir einiges an erklärung sparen kann.
 ... und von allgemeingültigkeit kann man sowieso nie sprechen.

interessantes thema: Sprachskepsis, der Zweifel an der Möglichkeit, mit Sprache Welt beschreiben und vermitteln zu können.........

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Johnathan Locke
Regisseur
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Re: Genres
« Antworten #23 am: 21. Mai 2011, 22:37:29 »

Zitat von: Ezekiel2517 am 21. Mai  2011, 14:10:17
Zitat von: Johnathan Locke am 21. Mai  2011, 12:42:52
Film Noir kommt tatsächlich noch dran in meinem Kurs... Smiley

was für ein kurs, studierst du denn gar das selbe wie B?^^

Keine Ahnung, was studiert denn B? Ich studiere eigentlich Englisch auf Lehramt. Aber da gibts eben dieses Semester einen Kurs, der "rise of British cinema" heißt (wie schon im Thread-Eröffnungs-Text erwähnt). Und da musste ich natürlich rein!  Grin Ist auch der mit Abstand interessanteste im Moment...

Zitat von: B am 21. Mai  2011, 13:32:51
@ Johnathan Locke
du solltest uns deine mitschrift oder ein skriptum zur verfügung stellen : )

Im Ernst? Ich meine, ein Paar Sachen könnte ich tatsächlich reinstellen, wenn ihr das so interessant findet. Es geht halt um sehr frühe britische Filme, wie the 39 steps (die 39 Stufen), a matter of life and death / stairway to heaven (Irrtum im Jenseits) oder auch grade noch mit drin Lawrence von Arabien. Und zwischendurch geht es halt um Dinge wie Montage, Film Noir, Genres oder was weiß ich nicht noch alles...
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"Die machen gute Nudeln."
Neo - The Matrix
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Gast
Re: Genres
« Antworten #24 am: 22. Mai 2011, 09:30:09 »

@Johnathan Locke: ich studier komparatistik und ich wäre dir sehr dankbar für materialien zum britischen film... da hab ich nämlich ne bildungslücke : ) schick dir noch ne pn mit meiner e-mailadresse.
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Lowpass
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Re: Genres
« Antworten #25 am: 22. Mai 2011, 09:50:45 »

Zitat von: B am 21. Mai  2011, 15:19:09
interessantes thema: Sprachskepsis, der Zweifel an der Möglichkeit, mit Sprache Welt beschreiben und vermitteln zu können.........


Bei sehr vielen Menschen ist dieser Zweifel absolut begründet  Cheesy

Witzig finde ich, dass Du ausgerechnet Komparatistik studierst - denn die Einteilung in Genres ist doch schlussendlich auch einfach etwas Vergleichendes. Das müsste Dir doch dann eigentlich liegen, oder?  Wink
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B
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Re: Genres
« Antworten #26 am: 30. August 2011, 22:31:16 »

*ausgrab*
das war eigentlich ein interessantes thema... (und ging bei mir unter, weil ja mein account gelöscht wurde und ich mich hauptsächlich über die "ungelesenen antworten" durchs forum bewege)

Zitat von: Lowpass am 22. Mai  2011, 09:50:45
Witzig finde ich, dass Du ausgerechnet Komparatistik studierst - denn die Einteilung in Genres ist doch schlussendlich auch einfach etwas Vergleichendes. Das müsste Dir doch dann eigentlich liegen, oder?  Wink

ja, ich beschäftige mich sehr viel damit... allerdings kommen gerade dadurch auch die zweifel an der sinnhaftigkeit von solchen strengen kategorien. daher auch meine aussage:
Zitat
dass jeder film, der typisch für ein genre ist/sein soll, dieses auch weiter geprägt und damit verändert hat und das auch weiterhin der fall sein wird. falls man also einen definitionsversuch wagt, kann der nicht endgültig sein.
und gleichzeitig ist es äußerst praktisch sich lange erklärungen zu sparen, indem man genrebezeichnungen anbringen kann und jeder eine vorstellung davon hat, was man meint. ist auf jeden fall immer ein guter start für spannende gespräche. Smiley



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"Ich liebe Gerüchte! Naja, Fakten können so irreführend sein, wohingegen Gerüchte, wahr oder falsch, häufig erhellend sind."
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