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Autor Thema: Der österreichische Film  (Gelesen 1073 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
B
Gast
Der österreichische Film
« am: 17. Mai 2011, 22:37:27 »

aus gegebenen anlass - morgen kommt auf arte ulrich seidls "import export" (2007) - möchte ich mal auf den österreichischen film zu spechen kommen.

genauer genommen auf einige der gegenwärtigen regisseure, die ich kenne und die meiner meinung nach wirklich einiges zu bieten haben - also ich kann nicht über alle was erzählen, aber zumindest etwas zu meinen favouriten. den meisten hier wird Michael Hanekes film "Das weiße Band" bekannt sein. die um einiges ältere trilogie „Vergletscherung der Gefühle“ finde ich fast noch verstörender. Haneke schätze ich sehr dafür, dass er nicht versucht alles möglich zu zeigen oder vorwegzunehmen. er zeigt zwar viele details und ermöglicht es so dem publikum, sich auf diese art den figuren zu nähern, aber dennoch ist er sehr unaufdringlich... es ist schwer zu beschreiben...

ich versuch übrigens so wenig wie möglich zu verraten

zur trilogie:
„Der siebente Kontinent“ (1989), in diesem film können die zuschauerInnen eine familie dabei beobachten, wie sie beschließt einen schlussstrich unter ihr bisheriges leben zu ziehen...
in „Benny's Video“ (1992) geht es um einen jungen, der in seiner freizeit gern filmt. als er eine freundin einlädt, tötet er sie mit einem bolzenschussgerät und zeichnet das ganze auf. anschließend zeigt er das video seinen eltern...
und dann ist da noch „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994). hierbei handelt es sich um einen episodenfilm, der die ereignisse rund um einen amoklauf schildert...

der nächste regisseur ist Ulrich Seidl
"Import Export" ist eigentlich ein sehr unangenehmer film. Seidl zeigt sehr genau, was man schon weiß, aber eigentlich nicht wissen will... viele seiner einstellungen sind, gemessen an heutigen sehgewohnheiten, ungewöhnlich lang. (das selbe findet man auch bei haneke oder spielmann) schon fast verfremdend. der teaser zeigt was ich meine: http://www.youtube.com/watch?v=CVQxDMqqDo8
was ich noch total gelungen finde ist "Hundstage" (2001). wiederum ein episodenfilm mit sechs erzählsträngen die miteinander verbunden sind. alles spielt an einem seeeeehr heißen tag, an dem die gemüter der österreichischen figuren etwas angespannt sind (um es milde auszudrücken). aber ich will nicht zuviel verraten.... einfach anschaun!

alle guten dinge sind drei: Götz Spielman, spätestens bekannt seit "Revanche" (2008), gehört wegen seiner charakterstudien (zumindest empfinde ich die filme als solche) "Der Fremde" (1993) und "Antares" (2004) zu meinen lieblingsregisseuren. (für Revanche muss ich hoffentlich keine werbung machen, den sollte man echt gesehen haben.) sehr einfühlsam portraitiert er die protagonistInnen. es fällt einem gerade deshalb recht schwer sich mit ihnen zu identifizieren, da er sowohl die "guten" als die "schlechten" eigenschaften herausstellt. man ist hin un hergerissen, weiß nicht genau, ob man das was man sieht (rein auf die handlung bezogen) gut oder schlecht finden soll. wirklich, wirklich wunderbar!

irgendwie, so hab ich das gefühl, ist es diesen österreichischen regisseuren gelungen einen eigenen, unverkennbaren stil zu entwickeln. inhalt und form spielen perfekt zusammen. z.b. die zum teil ewig langen einstellungen und dann sind alle noch sehr zurückhaltend was filmmusik angeht - ich mag das.

würd mich sehr interessieren was ihr zu den filmen sagt, falls ihr sie schon kennt, oder, ob ihr andere österreichische filme und regisseurInnen toll oder schrecklich findet.
« Letzte Änderung: 17. Mai 2011, 22:40:05 von B » Gespeichert
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Der österreichische Film
« am: 17. Mai 2011, 22:37:27 »

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Lowpass
Gast
Re: Der österreichische Film
« Antworten #1 am: 18. Mai 2011, 21:33:46 »

Vielen Dank für die ausführliche Einführung. Der einzige Film, den ich grad sofort mit Österreich in Verbindung bringe, ist aber noch nichtmal dabei: C(r)ook... und von "Muttertag" habe ich schon einiges gehört...

aber grundsätzlich kenne ich mich in Sachen Österreichischer Film absolut nicht aus... wobei ich mich allerdings auch frage, inwiefern die Zuordnung von Filmen zu Ländern erfolgt. Du schreibst ja dann auch ausdrücklich von Österreichischen Regisseuren.
...ich mein: sonst könnte man ja Fosters Filme der Schweizer Filmszene zuordnen und das scheint mir auch nicht wirklich richtig zu sein. :-)

Von Haneke habe ich bislang nur "Caché" gesehen und habe mich ehrlich gesagt fürchterlich gelangweilt. Wobei er durchaus einen eigenen Stil hat, da stimme ich absolut zu und ich würde den auch nicht als schlecht bezeichnen, nur hat es mir absolut nicht gefallen (in diesem konkreten Fall vor allem das Fehlen der Filmmusik).
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B
Gast
Re: Der österreichische Film
« Antworten #2 am: 19. Mai 2011, 09:07:30 »

zunächst mal hab ich ja, wie gesagt, nur über die filme geschrieben, die mir besonders in erinnerung geblieben sind. daher die kleine auswahl, und deshalb ist C(r)ook auch
Zitat
noch nicht mal dabei
.

Zitat
wobei ich mich allerdings auch frage, inwiefern die Zuordnung von Filmen zu Ländern erfolgt. Du schreibst ja dann auch ausdrücklich von Österreichischen Regisseuren.

deshalb:

Haneke, Seidl und Spielmann gelten als österreichische regisseure, die filme wurden alle hauptsächlich in österreich gedreht, es geht um österreicher und sie wurden (u.a. siehe unten) in österreich produziert, die meisten figuren sprechen österreichische dialekte...

Der 7. Kontinent Produktion in Ö - es geht um eine österr. familie
Benny's Viedeo in Ö und CH - drehorte ebenfalls Ö
71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls produktion in Ö +D - spielt in wien

usw.


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Marla Singer
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Re: Der österreichische Film
« Antworten #3 am: 19. Mai 2011, 18:23:22 »

Sehr gut finde ich persönlich die Verfilmungen der Romane von Wolf Haas ("Komm, süßer Tod", "Der Knochenmann") mit Josef Hader in der Hauptrolle... Gute Krimi-Stories mit österreichischem Witz zwischendurch^^

Meine Favouriten sind allerdings "Muttertag" und die vierteilige "Piefke-Saga"...
"Muttertag" is einfach nur genial und bietet eine riesige Auswahl an witzigen Zitaten und die Piefke-Saga ist die wahrscheinlich lustigste Art, den Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen zu verdeutlichen. Der Titel könnte das deutsche Publikum vielleicht anfangs ein bisschen irritiern, aber keine Angst, wir Österreicher kommen insgesamt nicht unbedingt besser weg!!  Grin
Die ersten drei Teile sind wirklich sehr lustig, den vierten hab ich bis jetzt nur zum Teil gesehen, aber der macht einen leicht skurrilen Eindruck... O.o

Soo, das waren jetzt meine Eindrücke vom österreichischen Film.. Auf den ersten Blick seeehr einseitig dargestellt, aber mit den international erfolgreichen Produktionen kenn ich mich selbst leider nicht aus...^^
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Ich liebe es, wehrlose Menschen mit meiner Meinung zu bombadieren und mir einzubilden, mir gehts besser wenn ich einen elendslangen Beitrag ohne viel Sinn verfasst hab, den vermutlich eh niemand liest!! :DD
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Re: Der österreichische Film
« Antworten #4 am: 21. Mai 2011, 08:00:49 »

bitte nicht auf Michael Glawogger vergessen; während "Workingman's Death" und "Megacities" zwar eher internationale Dokus sind, fallen "Nacktschnecken" (amüsant und skurrill) und "Slumming" (äusserst sehenswert!) auf jeden Fall in die Kategorie 'österreichische Filme'

auch "Nordrand" und "Fallen" von Barbara Albert sind an dieser Stelle zu empfehlen
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Re: Der österreichische Film
« Antworten #5 am: 21. Mai 2011, 09:48:25 »

ja, stimmt! Slumming ist ein sehr guter film! aufwühlend...
und den Knochenmann hab ich (leider nur die letzte hälfte) grad diese woche im TV gesehen. erinnert ein bisschen an die coen filme (ich denke da  v.a. an Fargo)

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ravenous
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Re: Der österreichische Film
« Antworten #6 am: 03. Juni 2011, 14:19:08 »

Wenn ich an österreichischen Film denke kommt mir als erstes " Mundl- Eine echter Wiener geht nicht unter" in den Kopf.

Karl Merkatz spielt diese Rolle des Edmund "Mundl" Sackbauer genial.

Komm aus dem lachen nicht mehr raus wenn er mit seinem trockenen Wiener Schmäh anfängt...

Leider sind die beiden neuen Kinofilme die in den letzten beiden Jahren herauskamen eher schlecht. ( Besser wärs gewesen sie hätten es bei den früheren Folgen belassen)

Aber die Serien aus den 70igern umso besser.
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manfred
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Re: Der österreichische Film
« Antworten #7 am: 25. Januar 2012, 23:02:19 »

hmm...

nun meiner meinug nach sollte man hier auch "die aufschneider" nennen - von und mit josef hader ...
eine schwarze krankenhaus komödie in 2 Teilen ... kann ich nur empfehlen ist richtig lustig ...
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